Meine Merkliste
my.yumda.de  
Login  

Hygienic Design

Höhere Prozesssicherheit bei gleichzeitiger Kostenreduktion

Dipl.-Ing, Christina Hoffmann
Branchenmanagerin Pharma & Food

Ursprung des Hygienic Designs

Eine wichtige Grundlage für Hygienic Design war und ist das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Point). Dieses Konzept wurde erstmals im Jahre 1959 von einem amerikanischen Konzern im Rahmen der Herstellung einer hundertprozentig sicheren Astronautennahrung entwickelt. Seit 1993 empfiehlt der Codex Alimentarius, der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen herausgegeben wird, ebenfalls die Anwendung des HACCP-Konzeptes. In Deutschland ist es in der Lebensmittelhygiene-Verordnung von 1998 verankert. Und seit 2006 gilt das Hygienepaket der EU, welches beinhaltet, dass nur noch Lebensmittel, die die HACCP-Richtlinien erfüllen, in der Union gehandelt und eingeführt werden dürfen.

Was beinhaltet das HACCP-Konzept?

Das HACCP-Konzept ist ein vorbeugendes System, welches die Sicherheit von Lebensmitteln und Verbrauchern gewährleisten soll. In der Praxis werden die Prozessstufen des Produkionsprozesses dahin gehend analysiert, ob eine Gefährdung des Lebensmittels vorliegt oder nicht. Wenn eine solche festgestellt wird, muss sie bewertet werden. lm Anschluss an die Bewertung wird eine Maßnahme festgelegt, welche die Gefährdung oder den kritischen Punkt ausschaltet oder reduziert und kontrolliert. Das HACCP-Konzept, wie es in dem bereits erwähnten Hygienepaket der EU verankert ist, muss in regelmäßigen Abständen überprüft (verifiziert) und dokumentiert werden. Dabei gilt: Je höher das Gefährdungspotenzial eines Prozesses, umso größer der Aufwand für Überprüfung und Dokumentation. Umgekehrt bedeutet das aber auch: Je weniger Gefährdungspotenzial ein Produktionsprozess besitzt, umso geringer ist der Zeifaufwand für die Verifizierung und sind - damit einhergehend - die Kosten.
Deswegen isf es wichtig, dass man die Umsetzung des HACCP-Konzeptes eines Produktionsprozesses mit der Einführung der „Guten Hygienepraxis" (GHP) beginnt. Denn das Design und die Konstruktion eines Produktionsprozesses können dazu führen, dass kritische Punkte, wie zum Beispiel „Toträume”, leicht übersehen werden. Solche kritischen Punkte können durch die richtige Gestaltung, das Hygienic Design, ver-
mieden werden.

Was bedeutet Hygienic Design für den Anlagen- und Komponentenbauer?

ln der Lebensmittelindustrie werden leicht zu reinigende Anlagen durch gesetzliche Regelungen gefordert. Zudem spielen Kosten- und Umweltaspekte, die sich durch die reinigungsgerechte Gestaltung von Anlagen beeinflussen lassen, eine immer wichtigere Rolle. Aus diesem Grund spielt die Thematik „Hygienic Design” für den Anlagen- und Komponentenbauer eine große Rolle.
Beim Hygienic Design müssen Anlagen- beziehungsweise Komponentenbauer folgende Kriterien beachten:

  • Verwendung physiologisch unbedenklicher Materialien (Edelstahl 316 L, PEEK efc.)
  • hohe Oberflächengüte (Ra ≤ 0,8μm)
  • Verwendung FDA-gelisteter Materialien
  • Verwendung von Dichtungen, die für den Prozess geeignet sind
  • totraumfreie Konstruktion der Messtechnik/der Anlage
  • abgerundete Winkel, keine Ecken und Kanten
  • totraumfreier und spaltfreier Einbau der Messtechnik
  • Restentleerbarkeit der Anlage
  • Reinigbarkeit und Sterilisierbarkeit (CIP-/SlP-geeignet)

Unabhängig von der Konstruktion der Anlagen und der messtechnischen Komponenten ist es von enormer Bedeutung, wie die Messtechnik in der Anlage verbaut wird. Denn selbst ein hygienisch zertifizierter Sensor kann so eingebaut werden, dass die ganze Messstelle unhygienisch wird. Folgende Aspekte sind im Rahmen von Hygienic Design von besonderer Bedeutung:

  • Welcher Prozessanschluss wird verwendet (eingeschweißt, metallisch dichtend)?
  • Wie wird die Messtechnik eingebaut (zum Beispiel totraumfrei, selbstentleerbar)?
  • ln welchem Winkel zum Produktstrom wird die Messtechnik verbaut?

Was bietet JUMO im Bereich Hygienic Design?

JUMO hält für seine Kunden ein ständig wachsendes Produktportfolio in allen Bereichen der Sensorik bereit. Führend ist hier das JUMO-PEKA-Adaptersystem, welches nach den Richtlinien der EHEDG (European Hygienic Engineering & Design Group) konstruiert und zertifiziert ist.
Die Geräte zur Messung von Temperatur, Druck und Leitfähigkeit sind mit diesem System ausgestattet und ermöglichen es dem Anwender, Kosten zu reduzieren - durch:

  • geringere Lagerhaltungskosten
  • leichte Reinigung der Anlage
  • hohe Prozesssicherheit
  • Zeitersparnis beim Austausch des Sensors

lm Bereich der Temperaturmessung bietet JUMO auch eine dichtungslose Alternative, die ebenfalls nach den Grundsätzen der EHEDG konstruiert und zertifiziert ist.

Wie kann man durch Hygienic Design Kosten sparen?

Die Reduktion des Arbeitsaufwandes bei der Verifizierung hygienisch designter Anlagen wurde bereits erwähnt. Weitere Vorteile von Hygienic Design sind:

  • Kostenersparnis bei Reinigungsmitteln durch leicht zu reinigende Komponenten
  • längere Produktionszeiten durch geringere Verschmutzung
  • Zeitersparnis durch kürzere Reinigung
  • weniger Fehlchargen durch Verschmutzung/Kontamination

Fazit:

Eine nach hygienischen Gesichtspunkten konstruierte Anlage - ausgestattet mit Messtechnik, die ebenfalls den hygienischen Anforderungen entspricht - ermöglicht es dem Lebensmittelproduzenten, in verschiedenen Bereichen die Kosten zu senken. JUMO leistet mit seiner Messtechnik einen aktiven Beitrag zur Kostenreduktion in der Lebensmittelindustrie. Die angesprochenen Themen, wie verwendete Materialien, Prozessanschlüsse und lnstallation der Messtechnik, haben stets höchste Priorität und werden diese auch in Zukunft haben, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über JUMO
  • White Paper

    Hygienic Design

    Seit einigen Jahren ist der Begriff „Hygienic Design" in aller Munde. lm modernen Anlagenbau spielen Anforderungen an die Gestaltung von Komponenten und Apparaten unter reinigungstechnischen Gesichtspunkten eine immer größer werdende Rolle. Was b mehr

    Für absoluten Trinkgenuss

    In der Getränkeindustrie gelten für die Produktion strenge Hygienevorschriften, um die Getränke immer auf gleichbleibend qualitativ hohem Standard zu produzieren. So wird auch für Sensoren bei der Getränkeproduktion ein spezielles hygienisches Design mehr

    Die Milch machts!

    Bei der Milch-Union Hocheifel (MUH), einem Unternehmen das überwiegend haltbare Milchprodukte herstellt, wurde mit Jumo als Partner für Mess- und Regeltechnik eine neue CIP-Anlage aufgebaut. Den Neubau erforderlich machte unter anderem die stetige Pr mehr

  • Firmen

    JUMO GmbH & Co. KG

    JUMO ist einer der führenden Hersteller auf dem Gebiet der industriellen Sensor- und Automatisierungstechnik. Unser innovatives Produktspektrum umfasst die gesamte Messkette vom Sensor bis zur Automatisierungslösung für Temperatur, Druck, Flüssigkeits-Analyse, Durchfluss, zur Füllstandsmess ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf yumda.de nicht.