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Kommentar: Farbe bekennen

Zur Diskussion um Mineralöle in Druckfarben

07.07.2016

Bizerba GmbH & Co. KG

Marc Büttgenbach, Sales Director Labels & Consumables bei Bizerba

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) plant, eine Verordnung zur Regulierung von mineralölbasierten Druckfarben auf Landesebene durchzusetzen. Marc Büttgenbach, Sales Director Labels & Consumables bei Bizerba, erklärt, was für und gegen eine Verordnung spricht und wie sich erste Maßnahmen bereits jetzt ergreifen lassen.

Deutschland ist ein EU-Land, das Verbraucherschutz-Regelungen besonders schnell und unmittelbar umsetzt. Während sich die EU dagegen entschieden hat, den Mineralölgehalt in Druckfarben mithilfe einer Verordnung zu regulieren, versucht das BMEL diesbezüglich eine landesweite Regelung zu erreichen. Das Ministerium möchte die Verordnung durchsetzen, obwohl keine wirkliche Notwendigkeit besteht. Zwar seien Mineralöle weitestgehend zu reduzieren, sie würden jedoch bei üblichen Verzehrgewohnheiten auch kein Problem für die Lebensmittelsicherheit darstellen – so ein Gutachten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter Bezugnahme auf ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA). Außerdem gibt es in der EU noch keinen einheitlichen Standard, wie das Risiko ausgehend von mineralölbasierten Farben zu bewerten ist.

Zur Diskussion um Mineralöle in Druckfarben gesellt sich das Thema Bisphenol-A, das in der Kritik steht, die Fruchtbarkeit beim Menschen zu beeinträchtigen. In beiden Fällen fehlt jedoch ein Verfahren, um das tatsächliche Gefahrenpotential zu bestimmen. Auch ist häufig unklar, woher diese Stoffe in Verpackungen kommen, da sie weder in den Roh- noch in den Hilfsstoffen enthalten sind. Es besteht folglich noch jede Menge Forschungsbedarf.

Solange es also keine Standardverfahren und einheitliche Grenzwerte gibt, ist es relativ unwahrscheinlich, dass eine Regulierung wie vom BMEL gefordert in Kraft treten kann.

Wie auch immer die Entscheidung in Bezug auf eine bundesweite Regulierung ausfällt: Druckfarben dürfen nicht in den Lebensmittelzyklus gelangen. Etiketten auf der Verpackung haben keinen direkten Kontakt zum Lebensmittel und sind zunächst unkritisch. Eine Berührung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Packt ein Verbraucher beispielsweise ein Produkt aus und legt es auf die Verpackung, wird ein direkter Kontakt hergestellt. Auch wenn ein Konsument die Hülle ansticht und das Produkt anschließend erhitzt, kann sich der entstehende Dampf mit Farbpartikeln auf dem Lebensmittel absetzen. Obwohl die Farbbestandteile nur in geringen Teilen auf das Nahrungsmittel übergehen und eine Gesundheitsgefährdung nahezu auszuschließen ist, sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll. So genannte Low-Migration-Farben oder spezielle versiegelnde Lacke verhindern beispielsweise, dass Farbe sich vom Träger ablöst.

Generell ist es in der Etikettenproduktion relativ leicht, auf nicht-mineralölbasierte Farben zurückzugreifen. Als etablierter Hersteller von Etikettenmaterial ist sich Bizerba der Verantwortung bewusst, dass Etiketten im Bereich Lebensmittelsicherheit ein sensibles Thema sind. Deswegen setzen wir unter anderem auf Low-Migration Farben. Ihre Druckfarbenbestandteile sind größer als bei herkömmlichen Farben. Das zahlt sich aus, denn wenn Farbe migriert, wandert sie von ihrem Ursprungsort beispielsweise durch das Etikett hindurch und kann so mit dem Lebensmittel in Kontakt kommen. Sind die Partikel allerdings größer, können sie nur schwer durch das Papiergewebe wandern.

Unabhängig von einer bundesweiten Regulierung sollte jedes lebensmittelproduzierende oder -verpackende Unternehmen hinsichtlich möglicher Neuerungen in Sachen Druckfarben auf dem aktuellen Stand bleiben. Weitere Informationen bietet beispielsweise der Verband selbstklebender Etiketten (VskE) in einer Broschüre zur Konformität von Selbstklebeetiketten in der Lebensmittelverpackung.

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