Schutz vor Noroviren-Infektion durch Humane Milchzucker

Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Jennewein Biotechnologie bei der Entwicklung einer Norovirus-Prophylaxe

04.11.2014 - Deutschland

Noroviren sind die häufigste Ursache viraler epidemischer Gastroenteritiden und sind für 18% aller Durchfallerkrankungen oder 267 Millionen Infekte weltweit pro Jahr verantwortlich. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (http://ots.de/cx6rH) wurden in den Jahren 2012 und 2013 in Deutschland über 200.000 laborbestätigte Norovirus-Erkrankungen registriert. In den USA berichten die Centers for Desease Control and Prevention (http://www.cdc.gov/norovirus/trends-outbreaks.html) von 19 - 21 Millionen Norovirus Infektionen pro Jahr. Eine Norovirus-Infektion ist gekennzeichnet durch starken Brechdurchfall. Bis heute gibt es weder eine medikamentöse Behandlung noch einen effektiven (Impf-)Schutz gegen Noroviren. Noroviren sind äußerst ansteckend und werden von Mensch zu Mensch sowie über Flüssigkeiten, kontaminierte Nahrungsmittelund Oberflächen übertragen.

Effektiver Infektionsschutz

Gestillte Säuglinge und Kleinkinder zeigen ein erheblich geringeres Infektionsrisiko durch Noroviren als nicht gestillte Kinder. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dieser einzigartige Infektionsschutz unter anderem auf in der menschlichen Muttermilch vorkommende komplexe Zucker - die sogenannten humanen Milch-Oligosaccharide - zurückzuführen ist.

Der effektive Wirkmechanismus humaner Milch-Oligosaccharide ist für Krankheitserreger nicht zu überwinden. Gelöste humane Milch-Oligosaccharide imitieren zellständige Glycosylstrukturen, die von Krankheitserregern - darunter auch Noroviren - als Rezeptor oder Co-Rezeptor genutzt werden. Durch Verzehr humaner Milch-Oligosaccharide gelangen diese Zuckermoleküle in den Magen-Darm-Trakt sowie in den Blutstrom. Krankheitserreger, wie z.B. Noroviren, die durch den Verzehr von kontaminierter Nahrung in den Körper eindringen können, binden an humane Milch-Oligosaccharide und werden zusammen mit diesen für Menschen unverdaulichen Zuckern wieder ausgeschieden.

Unterstützung durch BMBF

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (http://www.bmbf.de/) unterstützt die Jennewein Biotechnologie in der Entwicklung humaner Milcholigosaccharide als Schutz vor Noroviren-Infektion im Rahmen des Förderprogramms KMU-innovativ.

Die Jennewein Biotechnologie wird bei der Durchführung dieses Forschungsprojekt durch die Kinderklinik Mannheim der Universität Heidelberg (http://w3.umm.de/483.0.html) unterstützt. In einem vorangegangenen Forschungsprojekt mit der Universitätskinderklinik konnte das Unternehmenbereits die erfolgreiche Inhibition bakterieller Durchfallerreger durch synthetisierte humane Milch-Oligosaccharide bestätigen (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24074741). 

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