06.07.2022 - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

Erfolg bei Listerien-Ausbruchsermittlung

Durch modernste Genom-Analyseverfahren (Next Generation Sequenzing - NGS) zur Ermittlung der genetischen Verwandtschaft von Bakterien ist es dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gelungen, einen möglichen Zusammenhang zwischen bis zu sieben Jahre zurückliegenden Listerien-Erkrankungen in Niederbayern sowie im Landkreis Altötting und einem Lebensmittelbetrieb herzustellen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Betrieb im Landkreis Passau, der in der Region verschiedene Abnehmer beliefert. Neben den Ergebnissen der NGS-Analyse ergeben sich aus dem Vertriebsgebiet und den Abnehmern auch Hinweise auf einen epidemiologischen Zusammenhang zu den Erkrankungsfällen. Die genauen Vertriebswege werden durch das zuständige Landratsamt gegenwärtig ermittelt. Bei 13 Erkrankungsfällen in Niederbayern und dem Landkreis Altötting seit 2015, darunter ein Todesfall eines 85-jährigen Mannes aus dem Jahr 2015, wurde der Keim Listeria monocytogenes aus dem gleichen Cluster (Ypsilon 1a) nachgewiesen. Dies ist ein Indiz dafür, dass alle Erkrankungen auf eine gemeinsame Ursache zurückgeführt werden können. Derselbe Listerienstamm wurde aktuell auch in dem besagten Betrieb festgestellt. Befragungen von Patienten und Nachforschungen der zuständigen Behörden hatten bislang keine Erkenntnisse zur Erkrankungsursache gebracht.

Das zuständige Landratsamt wurde vom LGL umgehend über das Ergebnis der NGS-Analyse informiert. Der Betrieb wurde nach Mitteilung des Landratsamts am 24. Juni 2022 behördlich gesperrt und insbesondere eine Rücknahme der Produkte veranlasst. Aktuell laufen noch weitere Analysen am LGL. Die Vollzugsbehörde steht in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, um mögliche Straftatbestände zu klären. Das LGL wird die Vollzugsbehörden vor Ort sowie die Strafverfolgungsbehörden bestmöglich bei den weiteren Ermittlungen unterstützen.

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