04.07.2022 - ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.

Lebensmittelpreise werden weiter steigen

Die Deutschen müssen sich in den kommenden Monaten auf weiter steigende Lebensmittelpreise einstellen. Nach einer ifo-Umfrage im Juni lagen die Preiserwartungen der Einzelhändler für Nahrungs- und Genussmittel bei 98,9 Punkten. Demnach plant fast jeder befragte Händler höhere Preise. Auch in den übrigen Sparten des Einzelhandels will eine Mehrheit der Befragten ihre Preise anheben. Dort stiegen die Preiserwartungen auf 78,6 Punkte, von zuvor 75,5. „Damit dürften die Inflationsraten vorerst weiter hoch bleiben“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

„Allerdings gibt es auch erste Anzeichen dafür, dass die Inflationsrate im späteren Verlauf des Jahres allmählich wieder sinken könnten“, so Wollmershäuser weiter. „Denn die Preiserwartungen in einigen Wirtschaftszweigen, deren Produktion dem Konsum vorgelagert ist, sind bereits das zweite Mal in Folge gesunken.“ Dazu zählen die Industrie (59,7 Punkte, von zuvor 66,7), das Baugewerbe (50,0 Punkte, von zuvor 56,0) und der Großhandel (57,4 Punkte, von zuvor 68,1). Nur bei den Dienstleistern blieben die Preiserwartungen weitgehend unverändert bei 47,1 Punkten.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

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