03.03.2022 - Universitat Politècnica de València

An der Domestizierung der Tomate waren landwirtschaftliche Kulturen von Peru bis Mexiko beteiligt.

Die Pflanzen, die wir essen, sind domestiziert worden. So wie es in der Natur keine Chihuahuas gibt, so gibt es auch keine großen, saftigen Tomaten, kein Weizenmehl oder Popcorn. Unsere Vorfahren veränderten diese Arten, um sie ihren Bedürfnissen und ihrem Geschmack anzupassen. Im Falle der Tomate erfolgte die Domestizierung durch amerikanische Agrarkulturen vor Tausenden von Jahren. Leider sind archäologische Überreste im Zusammenhang mit Tomaten sehr rar und viele Fragen, die seit Jahrzehnten diskutiert werden, bleiben unbeantwortet. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, dass die Domestizierung in Mesoamerika, d. h. in der Region Mexiko und Mittelamerika, oder in Peru und Ecuador stattgefunden haben könnte, aber es gab keine Beweise, die diese Frage klären konnten.

Die Gruppe für Pflanzenbioinformatik und Genomik des COMAV, eines Forschungsinstituts der Polytechnischen Universität Valencia, hat in Zusammenarbeit mit Forschern der University of Georgia (USA) im Rahmen des von der US National Science Foundation (NSF1564366) finanzierten Varitome-Projekts einen Forschungsartikel in der Zeitschrift Horticulture Research veröffentlicht, in dem die vollständige Genomsequenz von 628 kultivierten und wilden Tomatenpflanzen analysiert wurde. Diese Analyse hat einige Aspekte der komplexen amerikanischen Geschichte der Tomate erhellt.

Der größte Teil des Genoms der heutigen Kulturtomate ist dem der mesoamerikanischen Wildtomate(Solanum lycopersicum var cerasiforme) sehr ähnlich, aber auch ecuadorianische und peruanische Wildpflanzen (S. pimpinellifolium) waren an der Domestikation beteiligt. Diese komplexe Situation hat die Erforschung der Domestikation der Tomate viele Jahre lang behindert. Dank der Entwicklung einer neuen statistischen Analysemethode, die in dieser Studie entwickelt wurde, konnte festgestellt werden, dass die Domestizierung dieser Kulturpflanze aus mesoamerikanischen Wildtomaten erfolgte, aber der Prozess war komplex. Zu einem früheren Zeitpunkt hatten diese Pflanzen eine lange Wanderung von Mesoamerika nach Süden in die Region zwischen den Ausläufern der Anden und dem Amazonasregenwald in Peru und Ecuador hinter sich. Dieses Gebiet mit hohen Niederschlägen wird Ceja de Montaña genannt. Diese Migration verlief rasch und stand wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Handel zwischen mesoamerikanischen und andinen Agrarkulturen. Später wanderten einige Tomaten, die denen, die heute im Süden Ecuadors und im Norden Perus angebaut werden, sehr ähnlich sind, zurück nach Mexiko. Überraschenderweise ähnelt das Genom der traditionellen Yucatan-Tomaten mehr dem ihrer Ceja de Montaña-Verwandten aus den Anden als dem der mesoamerikanischen Wildtomaten. Wir wissen also, dass die Wildtomaten eine Reise nach Süden gemacht haben und dann als kultivierte Tomaten in den Norden zurückgekehrt sind.

Außerdem hat diese Rundreise sie für immer verändert. Die Bauern der Ceja de Montaña verwendeten keine rein mesoamerikanischen Pflanzen, sondern Nachkommen einer Kreuzung, die zwischen den Neuankömmlingen aus dem Norden und den wilden Pflanzen an der Küste Perus und Ecuadors stattfand. Die Ceja de Montaña in Südecuador und Nordperu beherbergt heute die genetisch vielfältigste Population von Kulturtomaten weltweit. Möglicherweise fand genau dort die Domestizierung statt, auch wenn dies nur schwer zu bestätigen ist, solange keine archäologischen Überreste von alten Tomaten zur Verfügung stehen.

Durch die Kreuzung mesoamerikanischer Pflanzen mit äquatorialen Pflanzen konnte sich die mesoamerikanische Tomate an das äquatoriale Klima und die äquatorialen Breitengrade anpassen. Ohne diese uralte Kreuzung wäre es für die Tomate wahrscheinlich sehr schwierig gewesen, sich an so unterschiedliche Klimazonen und Breitengrade wie die des ecuadorianischen Dschungels und der Mittelmeerküste anzupassen.

Die Geschichte der Tomate in Amerika ist komplex und umfasst sehr weit voneinander entfernte landwirtschaftliche Kulturen, die die Pflanze an ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und Geschmäcker angepasst haben. Wie alle Kulturpflanzen hat auch die Tomate ihren Ursprung in der Domestizierung, in der genetischen Veränderung durch die ersten Bauern. In Amerika war die Tomate eine Nebenfrucht, die hauptsächlich für die Zubereitung von Soßen verwendet wurde. Aber das war natürlich nicht das Ende des Weges, sondern nur der Anfang einer gemeinsamen Geschichte, die sich nach ihrer Ankunft in Europa weiterentwickelt hat. Tatsächlich erlangte die Kulturpflanze erst im 19. Jahrhundert ihre heutige Bedeutung. Heute kreieren wir immer wieder neue Sorten, die unsere neuen Bedürfnisse und Geschmäcker befriedigen sollen. So wie die alten Amerikaner die Vergangenheit der Tomate definiert haben, ist es unsere Aufgabe, ihre Zukunft zu definieren. Wir beeinflussen die Pflanzen, die wir anbauen, und diese wiederum definieren uns.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit einem Computersystem ohne menschlichen Eingriff übersetzt. LUMITOS bietet diese automatischen Übersetzungen an, um eine größere Bandbreite an aktuellen Nachrichten zu präsentieren. Da dieser Artikel mit automatischer Übersetzung übersetzt wurde, ist es möglich, dass er Fehler im Vokabular, in der Syntax oder in der Grammatik enthält. Den ursprünglichen Artikel in Spanisch finden Sie hier.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Pflanzen
  • Mexiko
  • Saucen
Mehr über Universitat Politècnica de València