17.11.2021 - Universität Bonn - Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften

Afrikas "Grüne Mauer" ist auch wirtschaftlich sinnvoll

Die Sahelzone erstreckt sich südlich der Sahara vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten Afrikas. Weite Teile der ehemals fruchtbaren Region sind heute praktisch unbewirtschaftet. Gründe dafür sind Dürren, schlechte landwirtschaftliche Anbaumethoden sowie die Übernutzung durch den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Brennholz.

Die Initiative "Great Green Wall" will diesen Verlust durch die massenhafte Anpflanzung von einheimischen Bäumen und Gräsern ausgleichen und umkehren. 100 Millionen Hektar Land sollen auf diese Weise wiederhergestellt werden. Bislang ist dieses ehrgeizige Ziel jedoch weit davon entfernt, erreicht zu werden - unter anderem, weil es an finanziellen Mitteln fehlt.

Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Anfang des Jahres haben verschiedene Geberländer auf dem One Planet Summit for Biodiversity fast 15 Milliarden Dollar für das Projekt zugesagt. "Um diese Mittel effizient einzusetzen, müssen wir uns nun fragen, wo und für welche Maßnahmen sie am sinnvollsten verwendet werden sollen", betont Dr. Alisher Mirzabaev vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.

Jeder investierte Dollar bringt 20 Cent Netto-Rendite

Der Agrarökonom hat eine Studie geleitet, die eine Antwort gibt. Die Forscher teilten die Sahelzone in 40 Millionen Parzellen zu je 25 Hektar auf. Für jede dieser Parzellen analysierten sie dann, welche Maßnahmen zur Wiederherstellung des Bodens möglich wären und wie viel sie kosten würden. Diese Berechnung verglichen sie mit den wirtschaftlichen Vorteilen, die erzielt werden könnten.

"Dazu gehören zum einen die sogenannten Versorgungsleistungen", erklärt Mirzabaev: "Das sind die Dinge, die von den Ökosystemen produziert werden: Nahrung und Trinkwasser, Rohstoffe wie Holz oder Heilpflanzen." Es gibt auch andere Effekte, wie ein besseres Klima, weniger Winderosion oder Bestäuberleistungen, die wiederum die Ernteerträge der Landwirte erhöhen. Auch sie können heute mit einem Preisschild versehen sein.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Bau der "Grünen Mauer" auch wirtschaftlich lohnt. Wie viel, hängt jedoch von einer Reihe von Faktoren ab. In der Regel wäre eine Wiederaufforstung ökonomisch und ökologisch am vorteilhaftesten. Aber es dauert Jahrzehnte, bis aus ein paar hundert Setzlingen ein Wald gewachsen ist. Die Investition trägt also nur sehr langfristig Früchte.

Anders sieht es aus, wenn degradierte Flächen in Ackerland umgewandelt werden. "Im Idealfall ist dann schon nach einem Jahr die erste Ernte möglich", sagt Mirzabaev. Die Wiederherstellung von Ackerland kann sich also vergleichsweise schnell bezahlt machen, und viele arme Kleinbauern bevorzugen auch schnelle Erträge aus ihren Wiederherstellungsmaßnahmen. Allerdings sind die dadurch erzielbaren Gewinne deutlich geringer, ebenso wie die Umweltauswirkungen.

"In unserer Analyse arbeiten wir mit verschiedenen Szenarien, von denen einige eher auf einen kurzfristigen Nutzen abzielen, während andere eher langfristig angelegt sind", erklärt der Agrarökonom, der Mitglied des Transdisziplinären Forschungsbereichs "Nachhaltige Zukunft" an der Universität Bonn ist. Das so genannte Basisszenario zum Beispiel enthält eine Mischung aus kurzfristigen und langfristigen Erträgen. In diesem Szenario bringt jeder ausgegebene Dollar eine durchschnittliche Nettorendite von 20 Cent.

Die Hälfte der rentablen Regionen ist zu unsicher für Maßnahmen

Allerdings gibt es hier große regionale Unterschiede. Die positivste Wirtschaftsbilanz weisen Teile von Nigeria, Eritrea und Äthiopien auf. Hier lohnt sich die Investition in die "Grüne Wand" am meisten. Um alle vorgeschlagenen Maßnahmen in diesem Szenario zu finanzieren, wären 44 Milliarden US-Dollar erforderlich. Damit könnten 28 Millionen Hektar Land wiederhergestellt werden.

Die Analyse zeigt aber auch, dass dies wohl nur in der Theorie funktionieren wird. Denn viele der Regionen, in denen der Bau der Grünen Mauer sinnvoll wäre, sind aufgrund von gewaltsamen Konflikten einfach zu unsicher für solche Maßnahmen. "Wenn wir diese Gebiete herausnehmen, bleiben nur 14 Millionen Hektar übrig", so Mirzabaev. "Das zeigt, wie sehr solche Auseinandersetzungen nicht nur direktes menschliches Leid verursachen, sondern auch eine positive Entwicklung der betroffenen Regionen verhindern."

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