25.11.2021 - Iss doch Wurscht GmbH

"Wir sind vom ersten Tag an überrannt worden"

Gründer im Interview: Iss doch Wurscht

Iss doch Wurscht ist „eigentlich“ ein Food Truck, der schon seit 2010 durch NRW und darüber hinaus auf großen Street Food Festivals oder Veranstaltungen tourte. 2010 wurde der Food Truck in einem TV-Format auf KabelEins gegründet und seitdem mit Leidenschaft betrieben und weiterentwickelt. Immer wieder sorgte Iss doch Wurscht bundesweit für Furore, weil sie die klassische Currywurst ständig neu interpretieren. Ob als „Currywurst mit Pommes am Spieß“, den „Currywurstburger“ oder den Dauerbrenner der Erdbeer- oder Kürbis-Mango Currywurst. Im Food Truck hatten sie als Standard 15 verschiedene Currywurstsoßen im Sortiment, die immer nach ihren Werten ohne Geschmacksverstärker, ohne Konservierungsstoffen, ohne Gluten und ohne Lactose produziert wurden.

Marco Peters, der Gründer von Iss doch Wurscht beantwortet der yumda Redaktion ihre Interview-Fragen.

Wie bist du auf die Idee mit den Würsten im Glas gekommen?

2 Jahre Coronapause gingen auch an uns nicht spurlos vorüber, unser Konzept war mittlerweile auf Veranstaltungen und Partyservice ausgerichtet, so das uns über Nacht im ersten Jahr 250 Veranstaltungstage verloren gingen und für das nächste Jahr 2021 keine neuen Veranstaltungen eingingen. Wenn wir auf Festivals unterwegs gewesen sind, haben unsere Kunden uns immer gesagt, diese Currywurst im Handel würde man sofort kaufen, oder brachen Plastikdosen mit, um unsere Currywurst einzufrieren. Dort wuchs die Idee, aber es fehlte die Zeit um dieses zu entwickeln. Ein Freund, der einen REWE Supermarkt betreibt, meinte dann zu mir, dass ich endlich diese Idee umsetze und bei Ihm platziere, oder ich bei ihm einen Job annehme. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn mit dem zweiten Lockdown und ein weiteres Berufsverbot, verlor ich das erste Mal meine Motivation und Kreativität.

Wie lange hat die Entwicklung gedauert und was waren die herbsten Rückschläge?

Entwickeln mussten wir gar nicht groß, da wir unsere Produkte ja schon 11 Jahre stetig weiterentwickeln. Wir haben uns probiert, wie man eine Currywurst haltbar macht, ohne weitere Zusätze zu verwenden. Wir wollten alles so haben wie am Food Truck. Wir standen dann vor der Entscheidung, z.B. damit zu leben, dass die Bratwurst durch das einkochen weniger Biss hat, oder diese mit Zusätzen knackiger zu machen. Das entsprach aber nicht unserem „Reinheitsgebot“ und wir haben es in Kauf genommen, dass die Wurst nicht mehr ganz so knackig ist wie am Food Truck ist. Dafür verwenden wir weiter eine Bratwurst und keine Bockwurst und haben weiter eine Liste an Inhaltsstoffen, die wir vertreten können. Denn wir würden niemals etwas verkaufen, was wir selber nicht essen.

Wie war das erste Feedback vom Markt?

Wir sind vom ersten Tag an überrannt worden. Kurz vor Weihnachten belieferten wir unseren ersten Supermarkt mit 150 Gläsern, die innerhalb von 90 Minuten verkauft wurden. Wir hatten nur ein Foto bei Facebook und Instagram gepostet und unsere Community rannte in den Laden. Wir sind völlig erschlagen gewesen und hatten am nächsten Tag einen großen Artikel in der Tageszeitung, wo durch wir in 3 ½ Tagen vor Weihnachten über 2.000 Gläser absetzen konnten.

Durch diesen Verkaufszahlen wurden natürlich auch weitere Märkte auf uns aufmerksam und innerhalb von 2 Wochen sind wir in 25 Supermärkten fest im Sortiment gewesen.

Hast du dir den Markt so vorgestellt? Welche Besonderheiten hattest du zu meistern?

Wir hatten gar keine Vorstellungen, wir freuten uns wieder arbeiten zu können, auch wenn uns klar war, von einem Supermarkt wird man nicht leben können. Aber wir sind einfach dankbar gewesen, diese Chance zu erhalten und diese Dynamik zu erleben. Darum kam sofort die Idee, uns bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben, weil wir es allein nicht mehr bewältigen konnten.

Natürlich hat man uns abgeraten „keine Innovation“ – „Gibt’s doch schon“ usw., aber gerade das war dann unsere Motivation. Denn ich sehe dieses Format nicht als „Erfinder-Show“, sondern Erfolgreiche Unternehmer suchen einen Investor um ein Geschäft auszubauen. Am Ende wollen Gründer und Investor mit dem Produkt verdienen und da dürfen es auch schon bestehende Konzepte sein, wenn diese erfolgsversprechend sind.

Würdest du es wieder tun?

Jederzeit und viel früher.

Was gibst du neuen Start-ups mit auf den Weg?

Eine Idee alleine reicht nicht, hinterfragt Euch, ob Ihr 24 Stunden, 7 Tage die Woche bereit seid zu arbeiten und das auch in nicht so rosigen Zeiten. Ich selbst vermeide den „Start-Up“ Begriff, ich bin selbständig – mit Leib und Seele. Mir geht es nicht darum ein „Start-Up“ schnell groß zu machen und dann einen Exit zu vollziehen, oder aufzuhören, wenn es nach ein paar Monaten nicht so ist. Wer eine Leidenschaft zum Produkt hat und seine Kraft in das Unternehmen steckt, wird am Ende auch belohnt werden.

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