09.11.2021 - Georg-August-Universität Göttingen

Klimabewusst essen: Zusammenspiel von Einstellung und Ernährungsstil

Der Klimawandel erzielt mittlerweile enorme mediale Aufmerksamkeit und betrifft vor allem die Zukunft junger Menschen. Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss auf das Klima haben. Einer, welchen Konsumentinnen und Konsumenten selbst steuern können, ist die eigene Ernährung. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat das Klimabewusstsein im Zusammenspiel mit der eigenen Ernährungsweise junger Menschen untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Cleaner and Responsible Consumption erschienen.

Die Forscherinnen und Forscher der Abteilung Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte haben rund 1400 Personen zwischen 15 und 29 Jahren befragt. Sie sollten Aussagen zum Bewusstsein des Klimawandels bewerten; sowohl eigene Verhaltensabsichten als auch zukünftige Konsequenzen wurden erfasst. In der jungen Generation existieren demnach drei Gruppen mit unterschiedlichem Klimabewusstsein: Unterstützer (57 Prozent), Unentschlossene (29 Prozent) und Leugner (14 Prozent). Insgesamt zeigt sich, dass jungen Menschen der Klimawandel sehr bewusst ist. Es gibt eine große Gruppe, welche klimafreundliches Verhalten in der eigenen Ernährung umsetzt. 29 Prozent dieser Gruppe sind Flexitarier – essen also nur ab und zu Fleisch – und bereits 17 Prozent ernähren sich fleischlos. Die Gruppe der Unentschlossenen erkennt den Klimawandel zwar an, berücksichtigt dies aber noch nicht im eigenen Verhalten. Die Leugner erkennen den Klimawandel generell nicht an beziehungsweise glauben, dass er nicht vom Menschen verursacht ist. Sie berücksichtigen dies entsprechend auch nicht bei der eigenen Ernährung.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass viel Kommunikation notwendig ist, um eine klimabewusstere Ernährung in der Gruppe der Unentschlossenen zu fördern“, sagt Dr. Kristin Jürkenbeck von der Universität Göttingen, Hauptautorin der Studie. „Das Thema Klimawandel und Klimabewusstsein wird in allen Lebensbereichen immer wichtiger für Konsumentinnen und Konsumenten, dies verdeutlicht auch die öffentliche Diskussion und darf nicht von Unternehmen und der Politik ignoriert werden“, sagt Prof. Dr. Achim Spiller, Leiter der Arbeitsgruppe Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte.

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