03.11.2021 - Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn)

Erste Milch-Sommeliers an der Genussakademie Bayern

Kompetent genießen: Qualifikation zum Milch-Sommelier

Nach acht Tagen intensiver Schulungen und erfolgreich abgeschlossener schriftlicher und mündlicher Prüfung überreichte Guido Winter, Leiter des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn), den Absolventinnen und Absolventen des neuesten Sommelier-Kurses der Genussakademie Bayern ihre Zertifikate. Innerhalb ihrer Qualifizierung zum Milch-Sommelier erhielten die insgesamt zwölf Teilnehmenden einen tiefen Einblick zu sämtlichen Facetten des Grundnahrungsmittels Milch durch renommierte Expertinnen und Experten.

Der Fokus der Weiterbildung liegt dabei bewusst nicht nur auf der Geschmackskomponente. Neben der sensorischen Schulung durch Spezialistinnen und Spezialisten der muva kempten haben sich die Alumni auch mit anderen komplexen Themen wie Milchpolitik von Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer vom Verband der Milchviehhalter in Bayern, sowie Nachhaltigkeit und Milchqualität von Rupert Ebner, Veterinär und Leiter des Slow-Food-Convivium Münchens auseinandergesetzt. Des Weiteren brachte Professor Erika von Mutius, Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz der LMU, den Teilnehmenden ihre Forschungsergebnisse zum Thema Allergieschutz und Rohmilch näher und ging auf Milchmythen ein, die unbegründet vor dem Milchverzehr warnen.

Laut einer Literaturstudie des KErn bringen epidemiologische Studien den „heute üblichen“ Verzehr von Milch und Milchprodukten überwiegend mit positiven Eigenschaften für die Gesundheit in Verbindung. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich empfohlenen 200 bis 250 g Milch und Milchprodukte sowie 50 bis 60 g Käse sollten deshalb für eine ausgewogene und gesunde Ernährung eingehalten werden.

Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben zeigten den künftigen Milch-Sommeliers, wo und wie die Tiere gehalten werden können. Die Teilnehmenden, von denen viele bereits die Qualifizierung zum Käse-Sommelier absolviert hatten, waren sich einig: „A guader Kas wachst auf da Wiesn!“ Demzufolge schauten sie den Tierhalterinnen und Tierhaltern ganz genau über die Schulter. Vom Schafhalter Anderlbauer in Frasdorf ging es zum Milchviehof Lerf in Ottobeuren, dem einzigen Vorzugsmilchbetrieb in Bayern. Auf dem Hallertauer Ziegenhof gab es neben der Ziegenmilch auch Molke zu verkosten, was für einige Gaumen dann doch gewöhnungsbedürftig war.

„Wir brauchen eine neue Wertigkeit für Lebensmittel, die von engagierten Personen mit fundiertem Fachwissen vertreten werden“, so ein Teilnehmer der Qualifizierung. „Wir möchten die Verbraucher über die vielfältigen Hintergründe der Milchgewinnung informieren, damit sie sich bei ihrem Milcheinkauf bewusst entscheiden können.“

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