19.07.2021 - Greenpeace in Zentral- und Osteuropa

Babynahrung unter der Lupe

Greenpeace-Österreich-Marktcheck 2021

Was ist das Beste für mein Kind, ist eine der häufigsten Fragen von jungen Eltern – gerade, wenn es ums Essen geht. Eine gesunde und umweltfreundliche Ernährung von Anfang an ist auch der Grundstein für eine lebenswerte und sichere Zukunft. Frei nach dem Motto: Geht's der Umwelt gut, geht's auch den lieben Kleinen gut.
Als Hilfestellung für den bewussten Einkauf hat sich Greenpeace das Angebot an Babynahrung in den Supermärkten und Drogeriemärkten beim Marktcheck näher angeschaut: Top sind hochwertige Lebensmittel in Bio-Qualität und der Verzicht auf weitgereiste Zutaten. Mit viel Liebe gefüttert, sichert das puren Genuss und bringt Kinderaugen zum Leuchten!

Am besten bio für die lieben Kleinen

Zum Wohle unserer Kinder sollten nur die besten Zutaten ins Gläschen kommen. Auf Nummer sicher geht man mit Produkten in Bio-Qualität, denn künstliche Spritzmittel und Gentechnik sind hier nicht erlaubt. Die biologische Herstellung garantiert höchste Standards und gibt Sicherheit – speziell bei der Ernährung in den ersten Lebensjahren. Bio ist aber nicht nur für das Kind gut, sondern schont auch die Umwelt und sichert damit auch der nächsten Generation eine lebenswerte Zukunft.

Die Auswahl in Bio-Qualität ist vorhanden: Immerhin 65 Prozent aller Produkte in den Regalen sind laut Angaben der Supermärkte und Drogeriemärkte entsprechend der strengen Bio-Richtlinien produziert. Erkennbar ist Bio-Qualität immer am EU-Bio-Siegel, einem stilisierten Blatt aus weißen Sternen auf grünem Grund.

Herkunft der Zutaten schwer zu erkennen

Anhand eine Warenkorbs mit den zehn wichtigsten Produkten für die Ernährung ab dem 6. Lebensmonat hat sich Greenpeace auch die Herkunft der Zutaten näher angeschaut. Bei den von den Märkten genannten Bio-Produkten im Warenkorb kommen rund 70 Prozent aus der EU, davon fünf Prozent aus Österreich und acht Prozent aus unseren Nachbarländern. Der Rest kommt auch aus Nicht-EU-Ländern. Im Internet erfährt man, dass auch in bio-zertifizierter Babynahrung Äpfel aus Chile und Argentinien, Weizen aus Russland sowie Reis aus Mexiko und Pakistan stammen können. Weit gereiste Zutaten machen wenig Sinn und heizen dem Klima weiter ein, weil sich der CO2-Rucksack durch den Transort noch vergrößert.

Es happert an der Transparenz. Denn drauf steht die Herkunft der Zutaten auf den Produkten in der Regel nicht. Das genau Land der Herkunft findet sich ohnehin nur in Ausnahmefällen und nur für einzelne Zutaten auf der Verpackung. Schuld ist, dass es für verarbeitete Produkte keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Herkunft gibt. Produkte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union belasten die Umwelt aber nicht nur durch den langen Transport, bei konventionell hergestellten Zutaten können auch Pflanzengiften verwendet werden, die in der EU verboten sind.

Bei Bio-Produkten muss die Herkunft zwar draufstehen, aber nichtssagende Angaben wie "EU/Nicht-EU-Landwirtschaft" sind zulässig. Beim Marktcheck fand sich diese Herkunftsangabe auch auf etlichen Produkten, bei denen die Zutaten ausschließlich aus der EU und sogar teilweise aus Österreich kamen. Eine solche Kennzeichnung hilft beim Einkauf nicht weiter.

Umweltschädliches Palmöl in Babymilch

Besonders problematisch ist für Greenpeace die Zutat Palmöl, das in rund einem Drittel der Produkte mit Öl enthalten ist. Häufig findet es sich in Babymilch, weil Palmitin, das auch in der Muttermilch vorkommt, offensichtlich einfach und billig aus Palmöl gewonnen werden kann. Bekannte Hersteller argumentieren mit ausgeklügelte Rezepturen für spezielle Ernährungsbedürfnisse wie zum Beispiel für Babys mit erhöhtem Allergierisiko (Hinweis "hypoallergen" oder "HA" auf der Packung).
Dass es auch anders geht, beweisen erste Babymilch-Produkte ohne Palmöl am Markt. Pionier war hier Hofer mit der Eigenmarke "Zurück zum Urprung". Hier sind in der Liste der Zutaten nur regionale Raps- oder Sonnenblumenöle aus europäischem Anbau angeführt.
Um Palmöl zu gewinnen werden in Ländern wie Brasilien vielfach auch Regenwälder gerodet, die Lebensräume vieler Tiere zerstört und die Klimaerhitzung weiter vorangetrieben.

Der Marktcheck von Babynahrung

Durchaus erstaunt hat die große Anzahl an Produkten bei Babykost: In den Supermärkten sind im Schnitt rund 400, in den Drogeriemärkten können es bis zu 700 sein. Mit einem kleinen, aber feinen Angebot hat Hofer beim Marktcheck überzeugt: Die Babynahrung von „Zurück zum Ursprung“ ist in Bio-Qualität und frei von Palmöl. Hofer setzt bei den meisten Hauptzutaten auf österreichische Herkunft und Transparenz. In der Regel steht das Herkunftsland der Hauptzutat drauf oder Hersteller und Produktionsort sind online abzufragen.

Im Vergleich der Drogeriemärkte hat DM die Nase vorne und liegt damit knapp vor Müller Drogerie. Alle Infos zum Abschneiden der Supermärkte und Drogeriemärkte sind bei Ergebnisse Marktcheck Babynahrung und Kriterien der Bewertung nachzulesen. Weiter Informationen sowie Zahlen und Fakten finden sich im Hintergrundpapier Babynahrung.

Noch ein wichtiger rechtlicher Hinweis zu Babykost: Muttermilch ist die beste Ernährung für Babys.

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