02.02.2021 - Alfred Ritter GmbH & Co. KG

Ritter Sport bringt „Schokolade“ auf den Markt, die nicht Schokolade heißen darf

„Absurdes Lebensmittelrecht"

Das deutsche Familienunternehmen Alfred Ritter GmbH & Co. KG bringt eine Neuheit auf den Tafelschokoladenmarkt. Das Produkt trägt den Namen „Cacao y Nada“ und besteht erstmals zu 100 Prozent aus Kakao. Zum Süßen wird natürlicher Kakaosaft verwendet, den Ritter in einem innovativen Verfahren auf der eigenen Plantage El Cacao in Nicaragua gewinnt. In Deutschland gibt es aber ein Problem: Schokolade ohne Zusatz von Zucker darf in Deutschland nicht Schokolade heißen. „Das ist absurd“, sagt Ritter Sport Chef Andreas Ronken. 

Zwar ist der Saft der Kakaofrucht seit einem Jahr in der EU als Lebensmittel zugelassen, aber Schokolade ohne Zucker ist in Deutschland keine Schokolade. Auch wenn sie natürlich süß ist, lecker schmeckt und zu 100 Prozent aus der Kakaofrucht gemacht wird. „Unser Lebensmittelrecht muss mit Innovationen dieser Art Schritt halten“, fordert Ronken. „Wenn Wurst aus Erbsen sein darf, braucht Schokolade auch keinen Zucker. Aufwachen! Das ist die neue Realität.“

Der Name ist also Programm: Die Cacao y Nada enthält nichts anderes als Kakao. Sie besteht aus Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaopulver und Kakaosaft. Anders als die bisher bekannten Schokoladen mit 99 oder 100 Prozent Kakaogehalt schmeckt sie nicht bitter, sondern so pur und süß wie gute Schokolade schmecken muss.

Ritter Sport launcht das erste Kakaofrucht-Quadrat der Welt

Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG baut als wahrscheinlich einziger großer Schokoladenhersteller der Welt selbst Kakao auf einer eigenen Plantage an. So ist die Idee entstanden, die natürliche Fruchtsüße aus der Kakaofrucht für eine Schoko**** zu verwenden, die Ritter Sport offiziell aber nur „Kakaofruchttafel“ nennen darf. Oder: Kakaofrucht-Quadrat. Die Innovation in der berühmten quadratischen Form wird in den nächsten Tagen als Limited Edition erhältlich sein. Zunächst reicht der auf El Cacao gewonnene Kakaosaft nur für rund 2.300 Tafeln aus. Mittelfristig ist aber ein vollständiger Markteintritt angedacht.

Cacao y Nada – die „Schokolade“, die nicht Schokolade heißen darf – ist ab Anfang Februar als 57 Gramm Quadrat (VK-Preis 4,99 Euro) im Ritter Sport SchokoShop in Waldenbuch und online erhältlich. Aber nur, solange der Vorrat reicht. 

Hintergrund: „From leaf to root“

Eine Kakaofrucht ist ungefähr so groß wie ein American Football und je nach Sorte grün, gelb, orange, rot oder violett. Öffnet man die harte Schale, kommt das weiße, etwas glibberige Fruchtfleisch, die Pulpa, zum Vorschein. Sie umschließt die Samen der Kakaofrucht, die Kakaobohnen. Nur diese Bohnen werden normalerweise genutzt. Sie werden fermentiert, getrocknet und zu Kakaomasse oder Kakaobutter verarbeitet, woraus dann zum Beispiel Schokolade wird. 

Von einer Kakaofrucht wird also nur ein kleiner Teil verwendet. Der Rest ist Abfall. „Nicht wirklich zeitgemäß“ dachten sich die Kakaoexperten bei Ritter Sport und suchten nach Möglichkeiten, die ganze Frucht zu verarbeiten. Analog dem Prinzip „from leaf to root“ in der modernen Küchenlogik. Auf El Cacao, der Ritter Sport Kakao-Farm im Osten Nicaraguas, werden die Schalen kompostiert und führen so wichtige Nährstoffe für die Kakaobäume wieder in den Boden zurück. Außerdem dienen sie Insekten als Lebensraum, die für die Bestäubung der Kakaoblüten gebraucht werden. Und das Fruchtfleisch oder besser der Kakaosaft? Der fließt üblicherweise bei der Fermentation einfach ab, obwohl er fruchtig-süß schmeckt und ein wenig an Litschi erinnert.

Auf El Cacao wird der Saft jetzt aufgefangen, gefiltert und pasteurisiert. Bis vor einem Jahr waren in der EU nur die Bohnen der Kakaofrucht als Lebensmittel zugelassen. Dabei ist der Kakaosaft ein echtes Multitalent. Man kann ihn zum Beispiel als Schorle trinken, ihn zu einer Art Wein verarbeiten oder zu Schnaps destillieren. Oder man nutzt ihn zum Süßen. Cacao y Nada zeigt, was bei Schokolade möglich ist, wenn man die üblichen Wege verlässt. Und irgendwann muss was wie Schokolade schmeckt auch in Deutschland Schokolade heißen dürfen. 

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Alfred Ritter
  • News

    Ritter Sport mini jetzt im Papierbeutel

    Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG macht einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu nachhaltigeren Verpackungen: Die Ritter Sport minis gibt es nun nicht mehr im von Kunststofffolie umhüllten Tray, sondern in einem Standbeutel aus Papier. Damit nähert sich das Familienunternehmen seinem Ziel, Verp ... mehr

    Verwirrung um Ritter-Sport-Produkt: Schokolade oder nicht?

    Darf eine Schokolade ohne herkömmlichen Zucker tatsächlich Schokolade genannt werden? Hersteller Ritter Sport hat Irritationen mit der Ankündigung ausgelöst, eine Schokolade auf den Markt bringen zu wollen, die formal in Deutschland nicht als solche bezeichnet werden dürfe. Nach dem Bundese ... mehr

  • Firmen

    Alfred Ritter GmbH & Co. KG

    Willkommen bei RITTER SPORT in Waldenbuch. Hier haben Sie die Möglichkeit, unser Unternehmen mit all seinen Schokoladenseiten kennen zu lernen. Viele Besucher denken ja, dass wir uns ausschließlich der Herstellung leckerer Quadrate widmen. Das stimmt aber nicht ganz, denn RITTER SPORT ist ... mehr

Mehr über NIERDENKOMMUNIKATION