30.06.2020 - Unilever PLC

Unilever stoppt US-Werbung bei Facebook und Twitter

Sein US-Werbebudget will Unilever indes nicht kürzen, die geplanten Ausgaben sollen nun auf andere Unternehmen verteilt werden

Facebook  gerät wegen seines umstrittenen Umgangs mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten immer stärker unter Druck. Der Konsumgüterriese Unilever gab am Freitag bekannt, bis zum Jahresende keine US-Werbung mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten. Damit erhält ein in der Vorwoche gestarteter Anzeigen-Boykott gegen die Plattform bedeutenden Zulauf. Unilever nimmt auch Twitter in die Pflicht - hier soll es vorerst ebenfalls keine Werbung mehr geben.

Der niederländisch-britische Konzern begründete seine Entscheidung mit der Verantwortung der Unternehmen im Umgang mit kontroversen Beiträgen im Netz - speziell angesichts der angespannten politischen Atmosphäre in den USA. Facebook und Twitter müssten mehr tun, besonders bei Hasskommentaren und spalterischen Beiträgen während des US-Wahlkampfes. Sein US-Werbebudget will Unilever indes nicht kürzen, die geplanten Ausgaben sollen nun auf andere Unternehmen verteilt werden. Facebook und Twitter äußerten sich zunächst nicht.

US-Bürgerrechtsorganisationen hatten Firmen in der vergangenen Woche zu dem Boykott gegen Facebook aufgerufen. So soll der Konzern an einer empfindlichen Stelle getroffen werden - Facebook macht fast seinen ganzen Umsatz mit Werbeerlösen. Die US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt hat die Kritik an Facebook, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen, wieder stark aufflammen lassen.

Dazu trug auch Konzernchef Mark Zuckerberg wesentlich bei, der sich weigerte, gegen umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump einzuschreiten. Dafür gab es sogar Kritik von eigenen Mitarbeitern.

Zuvor hatten sich bereits etliche andere Unternehmen, darunter der US-Mobilfunk-Gigant Verizon und die bekannten Outdoor-Marken The North Face und Patagonia der Initiative #StopHateForProfit angeschlossen. Unilever - dessen Eiscreme-Marke Ben & Jerry's ebenfalls schon mit dabei war - geht nun aber noch einen Schritt weiter - denn eigentlich ging es bei der Aktion zunächst nur um einen Werbe-Boykott im Juli. An der Börse gerieten Facebook und Twitter nach der Mitteilung des Konsumgüterkonzerns stark unter Druck./hbr/mis (dpa)

 

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Unilever
  • Online-Werbung
  • Facebook
Mehr über Unilever
  • News

    The Vegetarian Butcher bewirbt sich bei deutschen Fleisch-Verbänden

    Jaap Korteweg ist Gründer der Kultmarke The Vegetarian Butcher, die vegetarisches Fleisch für Fleischliebhaber herstellt. Jetzt will sich das Unternehmen beim Deutschen Fleischerverband und beim Bundesverband der Fleischwarenindustrie für eine Mitgliedschaft bewerben. Der erste Schritt ist ... mehr

    Tee-Sparte von Unilever zieht namhafte Interessenten an

    Der Konsumgüterkonzern Unilever erwägt offenbar den Start des Verkaufsprozesses für seine Tee-Sparte nach den Sommerferien. Dabei könnte das Unternehmen Preise von mehr als 5 Milliarden britischen Pfund (etwa 5,5 Mrd Euro) aufrufen, je nachdem, welche Geschäfte zum Verkauf stünden, berichte ... mehr

  • Firmen

    Unilever plc

    Life partners With more than 400 brands focused on health and wellbeing, no company touches so many people’s lives in so many different ways. Our portfolio ranges from nutritionally balanced foods to indulgent ice creams, affordable soaps, luxurious shampoos and everyday household care pro ... mehr

    Unilever Deutschland Holding GmbH

    160 Millionen Mal täglich wählt jemand irgendwo auf dieser Welt ein Unilever-Produkt. Von der Ernährung Ihrer Familie bis zum Sauberhalten Ihres Haushaltes - unsere Marken sind ein Teil des täglichen Lebens. Partner fürs Leben Mit 400 Marken über 14 Kategorien mit Haushaltsreinigern, Körpe ... mehr