27.03.2020 - Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000/Friends of the Earth Austria

Osterhasen-Trend: Fünf bio-faire Testsieger

Arbeits- und Umweltbedingungen im Kakaoanbau nach wie vor prekär

Ostern wird dieses Jahr durch die Corona-Krise für viele anders als sonst ausfallen. „Social distancing“ ist angesagt, Menschen der Risikogruppe sollen zuhause bleiben und Kirchen haben geschlossen. Die Schoko-Osterware befindet sich trotzdem bereits in den Supermärkten und Onlineshops kleiner Läden. Die entwicklungspolitische Organisation Südwind und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 haben deshalb auch heuer 26 Schoko-Osterhasen nach ihrer sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit bewertet, um damit KonsumentInnen eine Entscheidungshilfe beim Kauf der Schokoware zu bieten.


Die fünf Testsieger des aktuellen Schoko-Osterhasenchecks von Südwind und GLOBAL 2000: „Favorina Bio Organic Osterhase“ von Lidl, „Natur aktiv Bio Confiserie Osterhase“ von Hofer, „Natur pur Bio Osterhase” von Spar, „Schönenberger Veganer Schoko-Osterhase” von Denn‘s und der „EZA Osterhase aus biologischer Milchschokolade“. Alle Hasen verfügen über das Bio- und das Fairtrade-Siegel und sind aus sozialer und ökologischer Sicht empfehlenswert. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich an der Spitze des Checks wenig verändert. Alle fünf Testsieger waren auch 2019 unter den Gewinnern. (Der sechste Testsieger aus 2019 war zum Zeitpunkt des Tests nicht erhältlich.)
Besonders empfehlenswert: Alle Schoko-Hasen von EZA Fairer Handel sind nicht nur fair und bio, sondern Kakao und Rohrzucker sind auch rückverfolgbar bis zu den Ursprungskooperativen. Sie sind österreichweit in allen Weltläden und Geschäften des fairen Handels zu finden, die aktuell auch Onlinebestellungen inkl. Zustellung anbieten.


Verbesserungen im Mittelfeld – Trend zu besseren ökologischen und sozialen Bedingungen erkennbar
„Im breiten Mittelfeld ist erfreulicherweise ein leichter Positiv-Trend erkennbar. Mehr als die Hälfte aller zum Zeitpunkt des Tests erhältlichen Schoko-Osterhasen setzen Schritte in Richtung Nachhaltigkeit“, erklärt Caroline Sommeregger, Kakaoexpertin bei Südwind. Im Detail bedeutet das, dass etwas mehr als ein Viertel des gesamten getesteten Angebots über das Bio-Siegel und fünf über das Fairtrade-Siegel verfügen. Auch fast ein Drittel der Schoko-Osterhasen trägt das Fairtrade Cocoa-Siegel. Zehn getestete Produkte wurden im Check mit rot bewertet, da sie keine unabhängige Zertifizierung aufweisen. Aus Sicht der KundInnen können bei diesen Hasen daher Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung nicht ausgeschlossen werden.


Schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltprobleme in der Kakao-Branche nach wie vor gegeben
„An sich kann der kleinbäuerliche Anbau von Kakao sehr umweltschonend erfolgen. Leider werden aber im konventionellen Anbau oft giftige Pestizide verwendet, manchmal Mittel, die schon längst weltweit verboten und die für die Umwelt und die ArbeiterInnen vor Ort extrem gefährlich sind. Sie werden am Schwarzmarkt billigst angeboten und von den unter extremen Preisdruck stehenden BäuerInnen gekauft – daher raten wir zu Schoko-Osterhasen, die Bio-zertifiziert sind“, führt Martin Wildenberg, Nachhaltigkeits-Experte bei GLOBAL 2000, aus. Neben der Umweltkomponente spielt auch die soziale eine wichtige Rolle im Test. Denn sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Entlohnung im Kakaosektor sind oft prekär. In Ghana verdienen KakaobäuerInnen beispielsweise rund 80 Cent am Tag, in der Elfenbeinküste rund 50 Cent. Über zwei Millionen Kinder arbeiten in dieser Region unter missbräuchlichen Bedingungen im Kakaoanbau. „Das Einkommen der BäuerInnen ist so niedrig, dass sie davon oft nur sehr schlecht leben können. Außerdem müssen im konventionellen Kakaoanbau oft Kinder arbeiten und schwere und gefährliche Tätigkeiten erledigen“, beschreibt Sommeregger die Situation.


„Bei den mit grün bewerteten Schoko-Osterhasen können sich KonsumentInnen sicher sein, dass Kinderarbeit ausgeschlossen ist, ProduzentInneneinen fairen Preis für ihren Kakao bekommen und auch die Umwelt nicht vergiftet wird“, empfehlen Sommeregger und Wildenberg abschließend.

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