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Tönnies-Familien streiten wieder vor Gericht

24.07.2019

Photo by Wesley Tingey on Unsplash

Mehr als zwei Jahre nach dem Ende eines Gerichtsstreits um die Führung in Deutschlands größtem Schlachtunternehmen gibt es wieder Ärger. Robert Tönnies, Mitgesellschafter des Unternehmens mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen, hat beim Landgericht Bielefeld einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegen die Tönnies-Holding gestellt. "Darüber wird am 9. August verhandelt", sagte ein Sprecher des Landgerichts am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Über den neu entflammten Familienstreit hatte zuvor die Zeitung "Neue Westfälische" berichtet.

Demnach will Robert Tönnies ein im Juni verkündetes Geschäft verhindern, weil er sich von seinem Onkel und Mitgesellschafter Clemens Tönnies übergangen fühlt. Der Schlachtbetrieb will deutsche Werke des schweizerischen Wurstwarenherstellers Bell Food ("Zimbo") übernehmen.

Das Unternehmen bestätigte am Montag die juristische Auseinandersetzung, ein Sprecher zeigte sich allerdings überrascht. Alle Entscheidungen zur Übernahme seien durch die Geschäftsführung der Tönnies Holding, besetzt durch beide Familienstämme, einstimmig getroffen worden. Eine Zustimmungspflicht durch einen Beirat habe es bei der Kaufsumme nicht gegeben.

Clemens Tönnies und sein Neffe Robert haben sich jahrelang vor verschiedenen Gerichten über die Führung im Unternehmen gestritten. Im April 2017 hatten beide eine außergerichtliche Einigung verkündet.

Die Tönnies-Gruppe mit weltweit rund 16 000 Mitarbeitern hat 2018 mit dem Schlachten von Schweinen und Rindern einen Umsatz von 6,65 Milliarden Euro erzielt./lic/DP/men (dpa)

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