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Mehrweg steckt Einweg beim Umweltschutz in die Tasche

05.07.2019

Susbany/ Pixabay

Symbolbild

Pro Minute werden in Deutschland noch immer 3.700 Einweg-Plastiktüten verbraucht - Die Verwendung von Rucksäcken, Klappkisten, klassischen Einkaufs- oder Fahrradkörben ist ebenso ökologisch vorteilhaft, wie der Einsatz von Mehrwegtaschen aus Naturfasern und Kunststoff - Einweg-Plastiktüten sind Ressourcenfresser und eine Umweltsünde - Deutsche Umwelthilfe unterstützt Verbotsforderung von CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller oder eine Abgabe von mindestens 22 Cent - Knapp drei Viertel der Deutschen sprechen sich für ein Plastiktütenverbot aus

Am heutigen internationalen plastiktütenfreien Tag fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von Bundesumweltministerin Svenja Schulze der Einweg-Plastiktüte ein Ende zu bereiten. Hierzu unterstützt die DUH die Verbotsforderung von CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller, hält als Alternative aber auch eine Abgabe von mindestens 22 Cent für ebenso wirksam. Verbrauchern empfiehlt der Umwelt- und Verbraucherverband ökologisch vorteilhafte Mehrwegtragetaschen zu verwenden, egal ob aus Baumwolle, Canvas, Jute oder recyceltem Kunststoff. Vielfach wiederverwendbare Mehrwegtragetaschen sind allesamt deutlich ökologischer als die ständige ressourcen- und energieintensive Neuproduktion von Einweg-Plastiktüten.

"Pro Minute fallen in Deutschland 3.700 Einweg-Plastiktüten als Abfall an. Deren Herstellung vergeudet nicht nur begrenzt vorhandene fossile Ressourcen und belastet das Klima, sondern sie werden auch vielfach in der Umwelt entsorgt. Den Schaden, den weggeworfene Plastiktüten in der Umwelt anrichten, berücksichtigen Ökobilanzen dabei bislang nicht einmal. Es gilt daher, dass jede Einweg-Plastiktüte, die nicht hergestellt wird, auch nicht in der Umwelt oder unseren Meeren landen kann. Deshalb sollte die Plastiktüte der Vergangenheit angehören. Anders als die eigentlich verantwortliche Umweltministerin Svenja Schulze, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller ein sofortiges Plastiktütenverbot in Deutschland. Wir unterstützen den Verbotsvorschlag und fordern Svenja Schulze auf, endlich zu handeln, anstatt mit Wirtschaftsverbänden Deals abzuschließen", sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey begrüßen fast drei Viertel der Deutschen ein Verbot von Plastiktüten. Erfahrungen aus Irland zeigen zudem, dass auch eine ausreichend hohe Abgabe auf Plastiktüten ähnlich wirksam ist wie ein Verbot. Deshalb käme nach Einschätzung der DUH auch eine Abgabe in Höhe von mindestens 22 Cent pro Plastiktüte als wirksames Instrument zu deren Vermeidung in Betracht.

"Bei langlebigen und vielfach wiederverwendbaren Produkten spielen die Aufwendungen in der Herstellung eine untergeordnete Rolle. Werden Mehrwegtragetaschen konsequent wiederverwendet, dann ist es am Ende egal, ob sie aus Baumwolle, Jute oder auch Kunststoff bestehen. Durch die Vermeidung der Herstellung vieler Einweg-Plastiktüten sind sie allesamt umweltfreundlich. Verbrauchern stehen neben klassischen Mehrwegtaschen auch Einkaufs- und Fahrradkörbe, Klappkisten, Rucksäcke oder Rollwagen zur Verfügung. Niemand braucht kurzlebige Einwegtüten", erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

So muss eine klassische Baumwolltragetasche rund 30 Mal wiederverwendet werden, um ihren ökologischen Rucksack aus der Herstellung abzubauen. Mehrwegtragetaschen aus recyceltem PET oder zusammenfaltbare Polyesterbeutel können bereits nach zehn oder auch weniger Verwendungen ihre Umweltauswirkungen aus der Produktion kompensieren.

Der "International Plastic Bag Free Day" wurde 2011 vom europäischen Netzwerk "Zero Waste" ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt.

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