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Werner M. Bahlsen: Der Herr der Kekse wird 70, sein Keks-Imperium 130 Jahre

15.04.2019

Der Senior-Chef des Keks-Imperiums Bahlsen hat einen Rückzug auf Raten aus der Familiendynastie angetreten. Doch ganz schwindet sein Einfluss nicht. Er hat noch große Pläne - und will beim Essen in völlig neue Sphären vorstossen.

Sein Name steht für Tradition ebenso wie Innovation, aber auch für Knabbergebäck und Familie: Werner M. Bahlsen leitete jahrzehntelang eins der weltweit bekanntesten Keks-Imperien. Kurz vor dem 130-jährigen Unternehmensjubiläum feiert der bisherige Firmenlenker an diesem Samstag (13. April) seinen 70. Geburtstag.

«Ich werde mit meiner Familie in einem Landgasthof in der Heide gemütlich essen gehen», kündigt er an.

Bald ist er seit einem Jahr raus aus der operativen Unternehmensführung: Denn im Vorjahr hatte er kurz nach seinem 69. Geburtstag das Alltagsgeschäft einem Manager-Team übertragen. «Ich denke, das war ein wichtiger und richtiger Schritt», sagt er heute in der Rückschau. 

Für das Traditionsunternehmen aus Hannover kam das einer Sensation gleich: Denn kein Familienmitglied ist mehr fürs operative Geschäft zuständig. Bahlsen will seinen vier Kindern Zeit zum Entwickeln geben. «Es ist nicht die klassische Unternehmensnachfolge: der Alte geht 'raus und jetzt kommt der Sohn oder die Tochter 'rein», meint er. Viel Lob habe es dafür gegeben, erinnert er sich. «Wir haben regelmäßig in der Familie Gespräche über die Ausrichtung des Unternehmens - das läuft gut.» Seine beiden Jungs haben alle unterschiedliche Interesse: der eine ist Berater, der andere entwickelt digitale Strategien. Die jüngste Tochter ist Fotografin. 

Deren Schwester Verena macht das, was ihr Vater für eine wesentliche Eigenschaft der Keks-Dynastie hält: Trends von morgen nachspüren. Sie beschreitet in Berlin neue Wege als Unternehmerin mit einem Restaurant, das sie nach ihrem Urgroßvater «Hermann's» nannte und als eine Art Zukunftslabor für gesundes Essen sieht. Ihr Vater hält das für konsequent: «Bahlsen hat immer die Fähigkeit gehabt, sich weiterzuentwickeln, das war nicht nur in meiner Generation so; wir sind jetzt intensiv dabei, uns mit zwei, drei Start-ups in völlig neue Sphären zu begeben.» 

Auf das «Hermann's» soll Anfang Juli in Berlin das «Kitchen Town» folgen. «Da werden wir anderen jungen Start-ups helfen, ihre Lebenmittel- oder Gebäck-Produkte zu entwickeln; das wird uns in unserem Sektor helfen, nicht stehenzubleiben und nicht zu sagen: Wir machen, was wir vor 100 Jahren gemacht haben.» Er selbst hat das mit einem heutigen Umsatztreiber, dem Pick-up-Riegel, vorgemacht - der wurde vor 20 Jahren ins Sortiment eingeführt. 

Bahlsen selbst denkt heute als Vorsitzender des Verwaltungsrates über die mittel- und langfristige Ausrichtung des Traditionsunternehmens nach, während ein Manager-Team das operative Geschäft lenkt. «Das ist eine gute Arbeitsteilung», findet der Jubilar. Bei seinem Abschied hatte er erklärt: «Ich will es nicht so machen wie mein Vater, der bis 80 noch ins Büro gegangen ist.» Der hatte Bahlsen einst zu einem Weltunternehmen gemacht, nachdem wiederum sein Vater 1889 eine kleine Bäckerei in Hannover gegründet hatte - aus der gingen die Bahlsen Keksfabrik und der weltberühmte Leibniz-Keks hervor. «Den Leibniz-Keks wird es auch noch in zehn Jahren geben, aber wir müssen uns weiterentwickeln», betont Hermann M. Bahlsen. 

Ob er nun zu den Hintergünden des Goldenen Kekses etwas sagen kann, dessen kurioser Diebstahl 2013 weltweit Schlagzeilen machte?

«Inzwischen ist die Fahndung wohl eingestellt, das ganze Thema ist rein rechtlich verjährt - aber wir sind zufrieden, dass er wieder bei uns über dem Portal hängt und wir passen auf, dass er nicht wieder verschwindet.» Von der Publicity um den 20 Kilo schweren, vergoldeten Messingkeks -  der seit 100 Jahren am Bahlsen-Stammsitz hing - sei er total überrascht worden, beteuert er und meint: «Am Anfang fand ich das lästig, inzwischen kann ich darüber lächeln.» 

Wie er sich nun das Leben mit 70 vorstellt? «Ich werde ein paar Sachen wie den Vorsitz des Wirtschaftsrates abgeben und habe schon eine ganze Reihe von Ideen», verrät er. Er sei stets neugierig gewesen und sei es noch immer: «Es gibt soviel spannende Dinge auf der Welt, die darauf warten, angegangen zu werden: ich werde jedenfalls nicht zu Hause sitzen und die Füße hochlegen.»

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