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Wie gefährlich ist das Osterei?

Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin informiert

12.04.2019

Photo by REVOLT on Unsplash

Bereits anderthalb Eier oder 300 Milligramm Cholesterin täglich erhöhen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - ÖAIE empfiehlt gewissenhaften Verzehr und verweist auf "gesunden Teller".

In Österreich werden pro Jahr rund 2 Milliarden Eier konsumiert, um die Osterzeit sind es laut Schätzungen 70 Millionen Eier. Die Frage, ob Eier und das darin enthaltene Cholesterin gesundheitsgefährdend sind oder nicht, beschäftigt die Menschen seit vielen Jahren. Laut einer im Journal of the American Medical Association (JAMA) aktuell veröffentlichten Studie führt häufiger Eierkonsum tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) rät zu einem gemäßigten Verzehr.

JAMA-Studie: Vermehrter Konsum von Eiern begünstigt Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen

Die Studienpopulation umfasste 29.615 amerikanische Erwachsene (davon 13.299 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 51,6 Jahren. Während dem Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 17,5 Jahren gab es 5.400 Vorfälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie 6.132 Todesfälle. Das Ergebnis der Studie: Der zusätzliche Konsum von 300 Milligramm Cholesterin täglich sowie der Verzehr eines zusätzlichen halben Eis pro Tag, erhöhten das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie des vorzeitigen Ablebens signifikant.

ÖAIE-Präsident Widhalm: Ostereier mit Maß genießen und auf gesunde Ernährung achten

Ein Ei enthält 200 Milligramm Cholesterin, pro Tag wird die Zufuhr von maximal 300 Milligramm empfohlen. Kurt Widhalm - Ernährungsmediziner und Präsident des ÖAIE - rät zu einem maßvollen Genuss, warnt aber davor, Eier als ungesund zu titulieren. "Eier sind eine wichtige Eiweißquelle sowie Vitaminlieferant und in Maßen Bestandteil einer gesunden Ernährung. Auch der 'gesunde Teller', den das ÖAIE als bessere Alternative zur gängigen Ernährungspyramide sieht, beinhaltet Eier", erklärt Widhalm.

Generell empfiehlt Widhalm eine deutlich stärker pflanzenbasierte Ernährung: maximal 35 Gramm rotes Fleisch pro Tag, ein höherer Anteil von Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse und Früchten, eine Reduktion gesättigter Fettsäuren sowie eine Erhöhung von einfach und mehrfach ungesättigten Fetten in unserer Nahrungsaufnahme, wie sie in Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen vorkommen. Dadurch würde das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert.

Da sich die bisherigen Ernährungsempfehlungen in Form von "Ernährungspyramiden" leider als ineffektiv in Bezug auf die Änderung von bestehenden Ernährungsgewohnheiten erwiesen, bevorzugt das ÖAIE die Darstellung der Harvard Medical School - eines "gesunden Tellers" mit vier unterschiedlich großen Anteilen von Gemüse, Obst, Vollkorn- und Eiweißprodukten sowie die Empfehlung einer ausreichenden Flüssigkeitszunahme und täglicher körperlicher Betätigung.

Cholesterin als Auslöser von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, doch Risiko von hohem Eierkonsum ist typabhängig

Ab welcher Menge Cholesterin für den Körper schädlich ist, hängt laut Widhalm stark vom Individuum ab. Cholesterin findet sich neben Eiern vor allem in Butter, Wurst und Fleisch aber auch in Eierteigwaren, wie herkömmliche Nudeln oder Spätzle. Sie ist eine lebenswichtige Substanz, die sowohl über die Nahrung aufgenommen als auch vom Körper selbst produziert wird. Cholesterin ist maßgeblich am Aufbau der Zellmembran sowie an vielen Stoffwechselvorgängen des Gehirns beteiligt und gleichzeitig ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Gallensäuren zur Fettverdauung sowie für die Bildung von Vitamin D und bestimmten Hormonen wie Östrogen, Testosteron und Cortisol.

Hat der Körper zu viel Cholesterin, lagert es sich in den Blutgefäßen ab, wo es die Arterien verengt. Das Blut fließt schlechter durch die Gefäße, wodurch sich in Folge kardiovaskuläre Erkrankungen bilden, die zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Wie viel Cholesterin der Körper aus der Nahrung aufnimmt und wie gut er es verwertet, ist typabhängig: Genetische Faktoren und der Stoffwechsel spielen eine Rolle.

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