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GfK-Prognose: Privater Konsum bleibt 2018 Konjunkturstütze

12.02.2018

Die Konjunktur in Deutschland läuft und läuft. Einen großen Anteil daran haben die konsumfreudigen deutschen Verbraucher. Das bleibt auch 2018 so, sagen Forscher voraus.

Der Konsum bleibt voraussichtlich auch 2018 eine wichtige Säule für die deutsche Konjunktur. Die privaten Konsumausgaben dürften in diesem Jahr preisbereinigt um zwei Prozent steigen - das wäre ein halber Prozentpunkt mehr als bei der Vorhersage für 2017, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Prognose der Marktforschungsfirma GfK. Angetrieben wird der Konsum demnach durch die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt, denn relativ wenige Menschen in Deutschland machen sich Sorgen um ihren Job. «Die weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen geben den Verbrauchern die notwendige Planungssicherheit für ihre Anschaffungen», sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Dass der Geldbeutel bei vielen lockerer sitzt, zeigte sich 2017. «Die Deutschen gaben im letzten Jahr deutlich mehr für Reisen oder Restaurantbesuche aus. Man gönnt sich gerne etwas und Erlebnisse liegen im Trend», meinte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth.

2017 stieg der Umsatz im Einzelhandel ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln mit 170,1 Milliarden Euro moderat um 0,7 Prozent. Für 2018 erwartet die GfK ein Erlösplus in dem Segment von einem Prozent. 

Noch bessere Aussichten gibt es laut den Konsumforschern für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Dort legten die Umsätze laut Daten der GfK 2017 um 3,6 Prozent auf 183,5 Milliarden Euro zu. Der Zuwachs sei jedoch hauptsächlich durch höhere Preise erzielt worden, die verkauften Mengen hätten stagniert. Zudem hätten Verbraucher häufiger zu teureren Produkten gegriffen. Die GfK rechnet für 2018 mit einem Umsatzplus von drei Prozent im Lebensmitteleinzelhandel.

Auch die Europäische Union kann aus Sicht der GfK auf Rückenwind für die Wirtschaft durch den starken Konsum hoffen. Die Ausgaben der Privathaushalte dürften im EU-Schnitt preisbereinigt um 1,5 bis zwei Prozent steigen - ein halber Prozentpunkt mehr als in der Prognose für 2017. Im EU-Mittel soll das Bruttoinlandsprodukt um 2,1 Prozent zulegen - nach einer erwarteten Steigerung von 2,3 Prozent im vergangenen Jahr.

2017 sei das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas deutlich gestiegen, meinte GfK-Konsumexperte Bürkl. Die Erwartung ans eigene Einkommen sei in weiten Teilen Europas positiv, habe sich im Vergleich zum Jahr 2016 allerdings nur leicht erhöht. Ähnliches gelte für die Neigung zu neuen Anschaffungen.

Dennoch könnten dunkle Wolken aufziehen, die das Konsumklima trüben könnten, etwa der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen, sagte Bürkl. Ein Unsicherheitsfaktor könnte zudem die Handelspolitik der USA sein: Mögliche Beschränkungen der Regierung Trump - etwa in der Auto- oder Chemieindustrie - könnten Deutschland besonders hart treffen. Auch der Zinsanstieg in den USA könnte sich in ein, zwei Jahren auf Europa auswirken und hochverschuldete Länder in Schwierigkeiten bringen, ergänzte Bürkl. (dpa)

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