Süßes oder Saures: Die Süßwarenbranche ist oft streitlustig

14.04.2014 - Deutschland

Wer mit Schokolade oder Weingummis sein Geld verdient, muss deshalb im Umgang mit den Konkurrenten noch lang nicht zuckersüß sein. Im Gegenteil: Die Streitlust bei Herstellern von Süßwaren, Kinderpuddings und Fruchtgetränken ist manchmal ausgeprägt. Das zeigt nicht nur der aktuelle Goldbärenstreit zwischen Haribo und Lindt:

- Der Schweizer Schokoladenhersteller LINDT, der zurzeit so vehement sein Recht auf goldene Schokoladenbären verteidigt, versuchte über ein Jahrzehnt lang, der bayerischen Confiserie RIEGELEIN den Vertrieb eines Gold-Hasen verbieten zu lassen - vergeblich. Der Rechtsstreit beschäftigte von 2002 bis 2013 die Gerichte.

- KATJES wollte mehrere Jahre lang die Benutzung des Begriffs «Yogurt Gum» durch den Rivalen HARIBO gerichtlich verhindern, weil der Lakritzhersteller Markenrechte verletzt sah. Doch das Unternehmen verlor vor dem Hamburger Oberlandesgericht. Die Richter sahen in «Yogurt Gum» lediglich die Bezeichnung für eine bestimmte Art von Fruchtgummis.

- Der Schokoladenhersteller RITTER SPORT (Werbespruch: «Quadratisch. Praktisch. Gut.») wollte vor dem Kölner Oberlandesgericht 2012 den Verkauf quadratischer Schokoladentafeln durch den Konkurrenten MILKA verhindern. Doch er scheiterte. Das Gericht war der Auffassung, dass der Gesamteindruck der Milka-Tafeln weniger durch die Form als durch die typische lila Farbgestaltung und den bekannten Schriftzug mit der lila Kuh bestimmt werde.

- Kein Glück hatte auch DR. OETKER mit dem Versuch ALDI den Verkauf des Kinderpuddings «Flecki» verbieten zu lassen. Die Bielefelder sahen darin eine Kopie ihres Kassenschlagers «Paula». Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf befand, es gebe zwar Ähnlichkeiten zwischen «Flecki» und «Paula», es handele sich bei dem Schoko-Vanille-Pudding des Discounters aber nicht um eine Kopie des Oetker-Produkts. Aldi habe den notwendigen Abstand zum Original gewahrt.

- Und auch die charakteristischen Trinkbeutel von CAPRI-SONNE beschäftigen seit Jahren die Gerichte. Immer wieder geht deren Hersteller, die Deutschen SiSi-Werke, gerichtlich gegen ähnlich gestalte Produkte vor. - (dpa) -

Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen

Weitere News von unseren anderen Portalen