Meine Merkliste
my.yumda.de  
Login  

WM-Studie 2018: Arbeitgeber sehen WM-Pausen ihrer Angestellter gelassener

13.06.2018

2247188/ Pixabay

In der Gunst der Zuschauer gelten Phillip Lahm und Oliver Kahn als die geeignetsten TV-Experten. Unter den Spielerpaaren besitzen Thomas und Lisa Müller die höchsten Sympathiewerte. Daneben gelten Julian Draxler und Adidas als Dreamteam unter den Werbeschaffenden: In der Studie zur Fußball-WM 2018 untersucht Marketing-Professor Markus Voeth von der Universität Hohenheim in Stuttgart die WM auch als Medienereignis. Die gute Nachricht für Angestellte, die sich während der Arbeitszeit mit WM-Themen beschäftigen wollen: Im Vergleich zur WM 2014 zeigen sich Arbeitgeber demgegenüber etwas toleranter. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Personen in Deutschland. Die Universität Hohenheim veröffentlicht weitere Ergebnisse zu den Themen Sportvermarktung, WM-Erwartungen und politische Aspekte sukzessive bis zum Anpfiff am 14. Juni.

Durchschnittlich 16 Minuten am Tag wollen sich Deutschlands Angestellte während der Arbeitszeit mit der Fußball-WM beschäftigen, ohne diese später nachzuholen. Die Extremwerte liegen dabei stark auseinander: Fast 20 % der Studienteilnehmer planen, sich täglich mehr als eine Stunde ihrer Arbeitszeit mit der WM zu beschäftigen. Ein Viertel der Befragten planen dagegen vollständige WM-Abstinenz während der Arbeitszeit.

„Im Vergleich zur WM 2014 haben sich diese Werte erhöht“, bilanziert Prof. Dr. Markus Voeth, Leiter des Fachgebiets Marketing & Business Development der Universität Hohenheim. Damals habe der Durchschnittswert bei täglich 12 Minuten WM-Beschäftigung am Arbeitsplatz gelegen. Den Extremwert von über einer Stunde erreichten 13% der damals Befragten, während 16 % keine Minute Arbeitszeit auf die WM verwenden wollten.

Das bedeutet, dass eine WM neben positiven Auswirkungen (z.B. ein verbessertes Arbeitsklima) auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer während der WM hat. So gehen durch die 16 Minuten WM-Tratsch hochgerechnet 2,62 Mrd. Euro Bruttoinlandsprodukt während der WM verloren.


Arbeitgeber drücken mehr als 2014 bei WM ein Auge zu

Gleichzeitig würden Arbeitgeber die WM-Pausen weniger stark sanktionieren als noch vor 4 Jahren, bemerkt Benjamin Zimmermann als Co-Leiter der Studie. Laut aktueller Umfrage würden 67 % der Arbeitgeber den Blick auf die Spielergebnisse während der Arbeitszeit tolerieren (2014: 61 %). 57 % würden keine Einsprüche gegen Radiosendungen zur WM am Arbeitsplatz erheben (2014: 48 %). 38 % drückten sogar bei Fernsehübertragungen am Arbeitsplatz ein Auge zu
(2014: 34 %).

„Es gibt sogar Arbeitgeber, die das WM-Erlebnis am Arbeitsplatz fördern“, berichtet Zimmermann. Aktuell seien 13 bis 15 % mit Fernsehen, Radio und Internet-Recherche zur WM einverstanden. Bei der WM 2014 hätten nur 10 % die Belegschaft vor das TV-Gerät geladen (Radio: 14 %, Internet: 13 %).


Philip Lahm: Geeignetster TV-Experte

Als TV-Experte sprachen die Befragten Philip Lahm die beste Eignung zu: Auf einer Skala von 1-6 erhielt der ehemalige Mannschaftskapitän den Bestwert von 4.8. An zweiter Stelle folgt Ex-Torwart Oliver Kahn (4,7 von 6 Punkten), gefolgt von Fußballfunktionär und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (4,5 von 6 Punkten).

Mit der zunehmenden Glamourisierung des Fußballs rückten neben den Spielern selbst auch die Spielerpaare verstärkt in die öffentliche Wahrnehmung, so die Studienleiter. Erstmals ließen die Studienleiter die Befragten deshalb auch die gemeinschaftlichen medialen Inszenierungen von Nationalspielern und Partnerinnen bewerten.

Als das Paar mit den höchsten Sympathiewerten kürten die Befragten Thomas und Lisa Müller mit 4,5 von 6 Sympathiepunkten. An zweiter Stelle folgten die Paare Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic sowie Manuel und Nina Neuer (jeweils 4,3 von 6 Sympathiepunkten).

Als Dreamteam in der Produktwerbung von Nationalspielern sahen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Werbeauftritte von Julian Draxler und Adidas: „Hier waren 75 % der Befragten der Meinung, dass Spieler und Marke gut zusammen passen“, berichtet Zimmermann. Gut zusammen passen würden auch Joshua Kimmich und Nike (69 %). Eine gute Figur mache auch Christian Ronaldo mit seiner Produktwerbung für Emporio Armani (65%).

Weniger passend fänden die Befragten hingegen die Produktwerbung von Oliver Kahn (Tipico 47 %), Zlatan Ibraimovic (Visa 37 %) und Lionel Messi (Turkish Airlines, 35 %). Allerdings müsse dabei beachtet werden, dass hierbei natürlich auch die Akzeptanz des beworbenen Produktes eine Rolle spiele, ordnet Prof. Dr. Voeth ein.


HINTERGRUND WM-Studie 2018

Bei der WM-Studie 2018 handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit unter 1000 Probanden. Durchgeführt wurde sie zwischen 1. und 20. Mai 2018 vom Lehrstuhl für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim.

Der Lehrstuhl für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim von Prof. Dr. Markus Voeth begleitet die FIFA Fußballweltmeisterschaften seit 2001 durch regelmäßige repräsentative Bevölkerungsbefragungen. Schwerpunkte der Befragung sind Themen wie die Begeisterung, Pläne und Fanverhalten der Bevölkerung, ergänzt durch wechselnde Sonderschwerpunkte wie beispielsweise politische Themen rund um die sportlichen Großereignisse. Einzel- und Langzeitstudien sollen einerseits Stimmungsindikator, andererseits auch konstruktiver Beitrag für eine erfolgreiche Organisation sein.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Uni Hohenheim
  • News

    Agrarforschung und Food Sciences: Uni Hohenheim behauptet Spitzenplatz in Deutschland

    In den Agrar-, Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften bescheinigt das gestern erschienene Ranking der National Taiwan University (NTU) der Universität Hohenheim in Stuttgart abermals das höchste Forschungsniveau in Deutschland. Europaweit steht die Universität auf Platz 6 und weltweit a ... mehr

    Die Vielfalt der Universität Hohenheim in einem Band

    Die Festschrift ist jetzt als gebundenes Buch und als e-Book im Handel erhältlich / 400 Seiten und rund 80 Abbildungen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Universität. Studierendenvertreter und der Rektor, Ehemalige und Aktive, Nachwuchsforscher und Professoren: Sie alle haben mitgesch ... mehr

    Pasta-Marathon: Gelbe Farbe & Biss der Nudel stark von angebauter Sorte beeinflusst

    Die Herausforderungen, denen sich Landwirte in Deutschland beim Hartweizenanbau stellen müssen, sind zahlreich – von unterschiedlichen Böden, besonderen Klimabedingungen bis hin zu immer häufiger auftretenden Wetterextremen. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen und Lösungen zu finden ... mehr

  • Stellenangebote

    Professur (W3) für Lebensmittelbiochemie

    An der Fakultät Naturwissenschaften ist zum Sommersemester 2019 die Professur (W3) für Lebensmittelbiochemie im Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie zu besetzen. Zur Stärkung des lebensmittelwissenschaftlichen Profils der Universität Hohenheim wird eine exzellent qualif ... mehr

  • Universitäten

    Universität Hohenheim

    Die Universität Hohenheim ist darauf ausgerichtet, mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und Lehre einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes Baden-Württemberg zu leisten und Grundlagen für die Lösung gesellschaftliche Probleme zu schaf ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf yumda.de nicht.